AKTUALISIERT 13.04. 13:56 Uhr

Arbeiter im Bauwesen, der Industrie und einigen Dienstleistungen dürfen wieder arbeiten gehen.

Die Entscheidung der spanischen Regierung, die vollständige Ausgangsbeschränkung nach Ostern nicht weiter aufrecht zu halten, erscheint bei den aktuellen Zahlen etwas waghalsig. Ein riskantes Experiment zu einem Zeitpunkt in dem die täglichen Bilanzen neuer Infektionsfälle des Coronavirus und Todesopfer noch nicht in eine konstant positive Richtung zeigen.
Die Entscheidung wird nicht nur von Vertretern verschiedenen autonomer Regionen stark kritisiert, sondern auch von Medizinerverbänden und Experten.

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Verschiedene Sektoren sollen nun ab Montag (in Katalonien ab Dienstag, da der „Dia de la Mona“ noch Feiertag ist) wieder arbeiten dürfen, wobei der ausgerufene Notstand weiter besteht.

Wer genau soll nach Ostern wieder zur Arbeit gehen:

Essenzielle und nicht essenzielle Dienstleistungen

Essenzielle Dienstleistungen bleiben aktiv wie bisher auch. Branchen die wieder arbeiten dürfen sind die des Bauwesens und jegliche Art von Industrie. 

Öffentlichen Aufträge der Generalitat und der Stadtverwaltung wie zum Beispiel die der Sagrada Familia sind weiterhin suspendiert. Die Entscheidung über die Fortführung aller anderer Bauarbeiten wird der jeweiligen Firma überlassen.

Im Falle des Industrie-Sektors, können nun auch wieder Firmen produzieren, die nicht direkt mit lebenswichtigen Produkten zu tun haben.

Was die Branche der Dienstleistungen betrifft, ist damit auch Gärtnern, Hausangestellten und Mitarbeitern von Call-Centern und Anwälten gestattet die Arbeit wieder aufzunehmen, die keine Möglichkeit haben von zu Hause zu arbeiten.

Galerie: Barcelona menschenleer

Kleine Geschäfte weiter geschlossen 

Sektoren, die weiterhin geschlossen bleiben müssen, sind jegliche Art von gastronomischen und kulturellen Einrichtungen und kleine Geschäfte. Ausnahmen bilden dabei Lebensmittel- und Getränkeläden und Geschäften mit Produkten lebenswichtiger Produkte.

Apotheken, Tierärzte, Optiker, Läden mit orthopädischen Produkten sowie Drogerien, können dagegen ihre Geschäfte weiterführen. Geöffnet sein werden ebenfalls Kioske, Schreibwarenläden, Tankstellen, Tabak- und Tierfutterläden sowie Geschäfte die Elektronikprodukte verkaufen.

Empfehlung der Regierung

Nicht jeder hat ein Auto oder Fahrrad, so wird es für Viele unmöglich sein, dieses für den Weg zur Arbeit zu nutzen, wie die Regierung in Madrider empfiehlt. Damit wird unweigerlich die Anzahl der Fahrgäste der öffentlichen Verkehrsmittel steigen, die daraufhin ab morgen die Frequenz der fahrenden Busse und Bahnen erhöhen. Das Angebot wird auf 40%-65% und in Berufsverkehrszeiten auf bis zu 70% des normalen Bus&Bahn-Verkehrs erhöht.

Geplant ist, an Haltestellen und Metrostationen Schutzmasken an diejenigen Einwohner zu verteilen, die bereits wieder arbeiten gehen dürfen. Darüber hinaus wurden einige Empfehlungen ausgesprochen, wie man sich verhalten soll

  • U-Bahnen meiden und möglichst mit dem Fahrrad oder dem Auto fahren
  • Außerdem müssen sie einen Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Menschen halten
  • In der U-Bahn und im Bus muss immer ein Sitzplätze leer bleiben. Sicherheitskräfte sollen das kontrollieren
  • In Autos oder Taxis darf nur eine Person pro Reihe sitzen
  • Wer Kundenkontakt hat, soll Schutzhandschuhe und Masken tragen
  • Arbeitskleidung soll jeden Tag bei 60 bis 90 Grad gewaschen werden
  • Büros müssen regelmäßig durchgelüftet werden, die Raumtemperatur soll zwischen 23 und 26 Grad liegen.

WO WERDEN DIE SCHUTZMASKEN VERTEILT

Katalonien soll heute eine Lieferung von insgesamt 1,7 Millionen Masken erhalten. 1,2 Millionen davon sind für die Region Barcelona vorgesehen.

Civil Protection und das Rote Kreuz werden die Masken in den Städten mit mehr als 30.000 Einwohnern verteilen. Diese werden von über 500 Freiwilligen am Dienstag und Mittwoch zwischen 6 und 12 Uhr an rund 100 verschiedenen Punkten ausgegeben. Die Verteilungspunkte sind die meist frequentiertesten Stationen der öffentlichen Verkehrsmittel und grössere Umsteigepunkte.

Verteilt werden sie in Barcelona, Badalona, Barberà del Vallès, Castelldefels, Cerdanyola del Vallès, Granollers, Gavà, l’Hospitalet de Llobregat, Mataró, Mollet, Montcada i Reixach, Rubí, el Prat de Llobregat, Sabadell, Sant Adrià del Besòs, Sant Boi de Llobregat, Sant Feliu de Llobregat, Sant Joan Despí, Cerdanyola del Vallès, Terrassa, Santa Coloma de Gramanet, Vilanova i la Geltrú und Vilafranca del Penedès.

Die Verantwortlichen de Generalitat de Catalunya betonen, dass die Masken ab morgen erst einmal nur an Diejenigen verteilt werden, die keine andere Möglichkeit haben, als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu fahen und nicht „die gesamte Bevölkerung“.

Sie erklärten im Weiteren, dass die Generalitat ab dem 20. April dem Rest der Bevölkerung Masken in Apotheken zur Verfügung stellen wird. Dort erhält jeder eine Maske bei Vorlage seine Targeta Sanitària Individial