Die katalanische Regierung setzt beim Studienjahr 2020/21 auf ein kombiniertes System aus Anwesenheit in den Hörsälen und dem Studieren von zu Hause aus. So wird auch die Rückkehr an die Universität von Sicherheitsmaßnahmen begleitet.

Die Generalitat hat gemeinsam mit den Universitäten der Region ein Maßnahmenpaket für die Rückkehr an die Universität vereinbart. Diese erläutern, unter welchen Bedingungen die Aktivitäten an den Hochschulen stattfinden sollen. Procicat, die regionale Zivilschutzorganisation hat diese bereits genehmigt.

In den Schulen sollen die Kinder zu 100% vor Ort unterrichtet werden. Im Gegensatz dazu wird es an den Universitäten der autonomen Region eine Art hybrides Model geben. 

Ein Modell des hybriden Studierens

Zwischen Behörden und Vertretern der Bildungseinrichtungen wurde vereinbart, die Präsenz in den Kursen und das Online-Studieren zu kombinieren. „Wir wollen die Universitäten nicht in Online-Hochschulen umzuwandeln“, sagte die Generaldirektorin der Universitäten, Victòria Girona. „Doch wir müssen die größtmögliche Vorsicht walten lassen, um das Risiko von Ansteckungen mit dem Coronavirus zu minimieren.“

Die Schüler erhalten vor der Einschreibung die Lernpläne für jedes Studienfach, sowie Informationen über die Lehrmethode und das Bewertungssystem. Die Universitäten werden auch die Bedürfnisse der Studenten so weit wie möglich berücksichtigen, um das digitale Studieren zu vereinfachen. In Bezug auf die Organisation der Kurse haben die Erfahrungen aus dem zweiten Semester des letzten Jahres geholfen. Inmitten der Pandemie mussten fast über Nacht neue Methoden erschaffen werden, damit alle Studenten das Studienjahr beenden konnten.

Maske und Abstand

Spezifische Maßnahmen sind den einzelnen Universitäten selbst überlassen und richten sich nach der Situation der Pandemie in den jeweiligen Provinzen. Einige Regeln gibt die Regionalregierung allerdings für alle vor, dazu gehört das Tragen von Masken. Diese gilt beim Betreten und Verlassen der Gebäude, sowie auf dem gesamten Universitätsgelände. Vor allem ist besonders darauf zu achten, wenn der Sicherheitsabstand nicht gewährleistet werden kann. Die Bildungseinrichtungen müssen darüber hinaus ein Register mit den Teilnehmern der einzelnen Kurse führen.

Rückkehr in die Schule –
was ist zu beachten

Ebenfalls gelten verschiedene Sicherheitsabstände. Diese soll zwischen Personen, die normalerweise keinen sozialen Kontakt pflegen, mindestens 1 Meter betragen. In den Hörsälen, Laboratorien und anderen geschlossenen Räumen soll er mindestens 1,5 Meter sein.

Alle Dienstleistungen in den Hochschulen werden geöffnet sein. Dazu gehören sowohl die Bibliotheken, als auch Bars, Cafés oder Sportstätten bzw. Fitness-Center. Dabei müssen allerdings Bestimmungen wie die Einhaltung der Sicherheitsabstände und das Limit der Kapazitäten beachtet werden.

Die Studenten fordern mehr Mittel

Doch das hybride Modell, das die Behörden geplant haben, generiert allerdings auch Zweifel unter den Studenten der verschiedenen Universitäten. Besonders nach den Erfahrungen des zweiten Semesters des vergangenen Studienjahres Jahres, in dem man gezwungen war, von zu Hause zu studieren. Meist sind es die Lehrmethoden, das Bewertungssystem, externe Praktika und das Examen am Ende des Studiums, die den Studenten Kopfzerbrechen bereiten.

Die Universitäten räumen ein, dass es “nicht immer einfach ist, den Vorlesungen online zu folgen“. Darüber hinaus gibt es eine weitere Schwierigkeit. Nicht jeder Student hat die Möglichkeit sich virtuell mit der Uni zu verbinden. 

In diesem Zusammenhang lobten die Studenten die Organisation der Universitäten während der Zeit des Alarmzustands. Dabei hätten sie dafür gesorgt, dass auch Studierende mit geringen finanziellen Mitteln die Möglichkeit hatten, sich online mit der Universität zu verbinden.

Bildungskalender 2020/21

Gleichzeitig fordert die StudentenvereinigungAssociació de Joves Estudiants de Catalunya (AJEC) von der UAB, dass es die Generalitat sein sollte, die sich um solche Dinge kümmere. „Denn das Budget der Universitäten sei schon begrenzt genug und sollte nicht noch mehr beeinträchtigt werden.

Auch um die Qualität des Unterrichts macht man sich Sorgen, wie der Sprecher der Studentenvereinigung Fem-la Pública, David Lloberas, sagte. “Während der Ausgangssperre gab es nicht wenige Fälle, in denen die Qualität der Vorlesungen unter den Umständen gelitten hat.“ Dennoch bewerte man die Anstrengungen der Bildungseinrichtungen als positiv, den Unterricht so gut es ging aufrechtzuerhalten und sich an die ungewohnte Situation anzupassen.