Der Alarmzustand gilt noch bis zum 21. Juni. Nicht nur die Einreise nach Spanien ist weiterhin eingeschránkt. Eine Leserin schrieb über die Erfahrungen ihrer Reise von Deutschland nach Barcelona.


Am Montag, 01.06.2020 flog Martina M. von Deutschland / Frankfurt mit der Lufthansa nach Barcelona und berichtet unserem Magazin von ihrer Reise während der Krisenzeit:

„An allen Eingangstüren zum Terminal weisen große Hinweisbanner auf die Maskenpflicht hin“, beginnt sie uns zu erzählen. „Die Check-In Schalter am Frankfurter Flughafen T1, Halle A waren nicht besetzt, nur in der Halle B waren welche geöffnet.

Der Check-In nebst Gepäckaufgabe verlief reibungslos und zügig und es gab keine langen Wartezeiten. „Mir wurde mitgeteilt, dass der Flug komplett ausgebucht sei und auch die Mittelsitze belegt sind“, so Martina weiter.

Neue Regelungen

Ich bin zum Security Check in Halle A gelaufen, da ich hier längere Wartezeiten befürchtete. Dem war jedoch nicht so: es waren nur wenige Personen vor mir in der Schlange. Jeder wurde einzeln von einem Sicherheitsmitarbeiter zu dem nächsten freien Check-Point gewiesen.Dort gab es nach Martinas Aussagen aber zwei Neuerungen:

  • man darf nur ein Handgepäckstück mitführen, d.h. alles ausser einer Cabin Bag (ob Handtasche oder Rucksack) muss dieses entweder im größerem Gepäck verstaut werden, oder als Aufgabegepäck eingecheckt werden. Diese Regelung wird äußerst strikt – zum Leidwesen der Vielflieger – eingehalten.
  • Durch den Body-Scanner kommt man nur noch ohne Schuhe – diese werden nun grundsätzlich durch den xRay geschickt.

Die neuen Regelungen wurden wegen COVID-19 eingeführt, wurde unserer Leserin mitgeteilt.

Fast leerer Flughafen in Barcelona-El Prat (Foto: Martina M.)

Richtung Abflugbereich ging es nicht wie üblich durch den Duty-Free-Shop, sondern mittels einer Umleitung. Dort herrschte deutlich mehr Betrieb, vergleichbar mit ruhigen Flugtagen vor der Ausnahmesituation. Doch ein Blick durch den Abflugbereich entlang der Gates zeigte, dass es sich um keinen gewöhnlichen Reisetag handelte.

Martina berichtet von geschlossene und verriegelte Geschäften, komplett oder teils gesperrte Sitzgelegenheiten, umgeleiteten Wegen und Personen die Masken tragen. „Ich fand einen geöffneten Kiosk, wo ich ein Magazin kaufen konnte. Die Auslagen mit kostenlosen Tageszeitungen waren leider leer.“

„Die Atmosphäre war irgendwie angespannt“ sagt Martin. „Menschen, die auf Distanz achten und den Kontakt mit Gegenständen versuchen zu vermeiden, beobachtende Blicke und Frauen, die ihren Männern Alkoholtücher zur Handdesinfektion reichten.“

reise-beschrÄnkungen

Das Boarding erfolgte wie üblich 30 Minuten vor Abflug, einzige Neuheit: die Aufteilung in Boarding-Gruppen, die der Reihe nach aufgerufen werden. „Die Maschine war nahezu ausgebucht und es herrschte Maskenpflicht“ berichtet Martina weiter.
Während des Fluges gab es lediglich eine 0,5 Liter Flasche Wasser für Jeden, jedoch kein anderen Kalt- oder Heißgetränke.

Ankunft in Barcelona

Vor der Landung in Barcelona wurden allen Fluggästen ein Dokument (Public Health Passanger Locator Form) ausgehändigt. Darin enthalten: Fragen zum Flug (Flugnummer, Abflugsort), Wohnort, mitreisende Personen, Gesundheitszustand, Reisegrund.
„Das Flugpersonal informierte uns, dass bei Ankunft in Barcelona die Einreisedokumente (ID und das Gesundheitsdokument) unmittelbar geprüft werden.“

Direkt beim Aussteigen und noch vor dem Betreten des Terminals wurde man von mehreren Polizisten empfangen, die jede Person einzeln überprüften. „Sie kontrollierten meinen Ausweis und das zuvor ausgehändigte Dokument. Ich reiste mit Sondergenehmigung aus beruflichen Gründen, diese wurde überprüft und mir die Einreise gestattet.“

Fast leerer Flughafen in Barcelona-El Prat (Foto: Martina M.)

Das Terminal in Barcelona gab ein gespenstiges Bild, alle Läden und Geschäfte geschlossen. „Es gab eine weitere Kontrolle auf dem Weg zum Gepäckband“, so Martina weiter. „Sie nahmen das Einreisedokument entgegen und haben mir die Temperatur gemessen.“
Dort erhält man ebenfalls ein Hinweis-Blatt mit den aktuell gültigen Quarantäne-Vorschriften.

„Der Eindruck der Ankunftshalle war auch merkwürdig“, kommentiert sie weiter. Keine wartenden Personen, die Geschäfte geschlossen, gesperrte Sitzgelegenheiten.

was ist erlaubt
in phase 2

„Mit dem Taxi kam ich problemlos in die City, nach alternativen Möglichkeiten in die Innenstadt zu gelangen habe ich nicht geschaut.“

Martinas Fazit: „Ich persönlich empfand die Reise als sehr stressig, die neuen Regelungen, Unsicherheit, Distanz und Maskenpflicht tragen dazu bei. Die gespenstische Leere und Ruhe in Barcelona am Flughafen verstärken den Eindruck, dass wir uns in einer außergewöhnlichen Zeit befinden.

Das Personal in Barcelona (Polizei, Gesundheitskontrolle) war ausnahmslos freundlich und positiv gestimmt. Das Ganze hatte aber nichts mit dem gewohnten Ablauf einer Reise zu tun und ich froh war, endlich wieder zu Hause sein.“