Das meist bei Jugendlichen beliebte „Botellón wurde von den Behörden übergangsweise untersagt. Der Grund: Treffen und Partys mit mehr als 10 Personen, führten in vielen Fällen zu neuen Ansteckungen mit dem Coronavirus.

Bis dato hat es „nur“ die Nachbarn gestört. Das „Botellón“, ein Treffen von jugendlichen Gruppen, das durch den Genuss von Alkohol nicht selten lautstark zu Ende geht. Jetzt stehen sie auch im Fokus der „Gesundheits-Behörden. 

Die Generalitat hat auf die jüngste Entwicklung der Zahlen der Coronavirus-Pandemie reagiert und verbietet das „Botellón“. In den meisten Fällen sind es Gruppen Jugendlicher, die sich in Parks, Plätzen oder auf der Straße zum Trinken treffen. Laut neusten Untersuchungen waren genau diese Zusammenkünfte in den letzten Wochen der Grund vieler neuer Ansteckungen und damit der erneuten Ausbreitung von Covid19.

Die Regierung verbietet das „Botellón“ nun in ganz Katalonien und stellt es darüber hinaus unter Strafe. Die Geldstrafen können dabei bis zu 15.000 Euro betragen. Die Entscheidung kommt vier Tage nach der Anordnung, Diskotheken und Betriebe der Nacht-Gastronomie zu schließen.

Regierung verbietet das „Botellón“ zum Wohle der Gesundheit der Bevölkerung 

Die Regierungssprecher Meritxell Budó gab bei einer Pressekonferenz bekannt, dass die Entscheidung gemeinsam mit dem Krisenstab „Procicat“ getroffen wurde. Derzeit steht die Gesundheit des ganzen Land im absoluten Vordergrund. Das ist Grund genug, den gemeinsamen Konsum von alkoholischen Getränken in Gruppen auf öffentlichen Straßen, Plätzen, in Parks und in anderen öffentlich zugänglichen Bereichen zu verbieten.“

Plaça del Sol in Gràcia, Barcelona (Foto: Archiv BarcelonAlemany.com)

Budó fügte hinzu, dass die Nichteinhaltung dieser Resolution „als schwerwiegende Sanktion eingestuft wird. Dadurch kann sie mit Bussgeldern zwischen 3.000 und 15.000 Euro bestraft werden könnte.

Sie erinnerte gleichzeitig daran, dass auch die Stadtverwaltungen verantwortlich sein werden, „die Überwachungs-, Inspektions- und Kontrollfunktionen“ auszuführen. Zur Gewährleistung der Einhaltung der Entscheidung ist die Mithilfe aller erforderlich.

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Die Entscheidung, den Alkoholkonsum unter freiem Himmel zu verbieten, kommt vier Tage nachdem gastronomische Einrichtungen mit nächtlichem Betrieb geschlossen wurden. Sie wurde von Vertretern der Branche stark kritisiert. Derzeit wird beraten, die Entscheidung der Regierung vor Gericht zu bringen.

Bereits einen Tag zuvor hatte die Regionalregierung Andalusiens „Junta de Andalucia“, die gleiche Verordnung erlassen und das „Botellón“ verboten.