Ein neuer Dokumentarfilm zeigt, was sich auf den Straßen Barcelonas während der Ausgangssperre abspielte. War es eine Pause oder ein Neubeginn? Und was hat Gaudí damit zu tun?


Dies sind einige der Fragen die der deutsch-portugiesische Filmemacher und Fotojournalist Tassilo Lopes Coelho in Form eines neuen Dokumentarfilms “La soledad de Gaudí” (Die Einsamkeit Gaudis) seit dem Beginn der Quarantäne nachgeht.

Ein einmaliger Einblick in die leblosen Straßen Barcelonas, des geschwächten spanischen Gesundheitssystems. Ebenso auf lokale Gemeinschaften die auf kreative Weise Lösungsansätze für tiefere gesellschaftliche Probleme fanden. 

Der Filmemacher besuchte unter anderem Krankenhäuser, einen überfüllten Friedhof, ein von Immigranten besetztes Haus, engagierte Firmen um mit Menschen aus verschiedensten sozioökonomischen Hintergründen über deren Erfahrung zu sprechen. 

Eine improvisierte Krankenhausstation für COVID 19 Patienten im Süden Barcelonas.
Der Friedhof von Collserola empfang ca. fünf mal soviele Särge wie sonst in diesen Monaten, daher verwandelten sie die Tiefgarage in ein Sarglager

Einer dieser Personen ist Eduardo, CEO einer katalanischen Fabrik die Baumaterialien produziert. Er bekam von dem Mangel an medizinischen Ressourcen in Krankenhäusern mit.

Daraufhin entwarf er mit seiner Tochter einen einfach zu produzierenden Prototyp eines Chirurgenkittels aus Plastik. Innerhalb 2 Monate entstand hieraus ein logistisch funktionierendes Netzwerk. Über 1000 Freiwilligen produzierten die rund 40 tausend Chirurgenkittel für lokale Krankenhäuser, alles finanziert durch crowdfunding.

Familienangehörige die bei sich zuhause schon über tausend Ärztekittel zusammen geschweißt haben.

Kreative Menschen

Den Besitzern eines Hostels im Herzen Barcelonas wurde schnell klar, dass es demnächst keine Touristen mehr geben würde. Daher schlossen sie sich mit einer lokalen NGO zusammen und verwandelten Ihr Geschäft permanent zu einem Obdachlosen-Hostel.

Dort haben ca. 20 Obdachlose nicht nur eine Übernachtungsgelegenheit, sondern ein Zuhause mit vollem Rehabilitations-Programm welches unter anderem Yoga, Meditations- und Gitarrenunterricht anbietet. 

Aziz ist ein Senegalesischer Immigrant und Vertreter der Straßenhändler Gewerkschaft bekannt durch ihre Marke „Top Manta“. 

Aziz, ein Senegalesischer Immigrant

Um Rassismus und sozialer Ausgrenzung ein Zeichen zu setzen, nahmen sie diese Pandemie als Chance 14 tausend Ärztekittel und Masken für lokale Krankenhäuser zu produzieren.

Die Einsamkeit Gaudis

Der Name des Dokumentarfilms “Die Einsamkeit Gaudis” ist eine Anspielung auf eine Zeit seiner Kindheit in der Gaudi aus gesundheitlichen Gründen isoliert zuhause bleiben musste. 


Er wendete sich der Natur zu und erforschte sie. Diese Erfahrung legte das Fundament seiner zukünftigen Architektonischen Philosophie.

Möchte man das Coronavirus für alles verantwortlich machen um so fortzufahren wie zuvor?

Oder könnten die Menschen als Architekten ihrer Gesellschaft, die Isolation als Chance nutzen, sich der Natur wieder zu nähren und tiefere soziale und ökologische Veränderungen vorzunehmen?

Bisher ist der Film eine unabhängige Produktion des Filmemachers und es werden Menschen gesucht die das Projekt gerne unterstützen möchten. 

Es startete eine Crowdfunding-Kampagne um den ersten Teil des Filmes zu unterstützen, auf der Seite kann man sich auch den Trailer von La soledad de Gaudí von savanna films anschauen: https://vkm.is/gaudi


tragisches ende des architekten