Die kleine Stadt Berga veranstaltet jedes Jahr ein Fest mit Jahrhunderte alter Tradition. Ein mehrtägiges Spektakel mit folklorischer Musik, Tänzen und Feuer.


Ganz im Norden der Provinz Barcelona liegt das kleine Städtchen Berga. Nach rund einer Stunde Autofahrt durch tolle Landschaften macht die Ortschaft im ersten Moment einen eher beschaulichen Eindruck. 

Doch jedes Jahr im Juni feiert man dort ein ganz besonderes Fest. Denn rund um den Fronleichnam steht „La Patum“ auf dem Programm und verwandelt Berga für fünf Tage in ein wahres Tollhaus. 

Fünf Tage feiern

Die mehrtägigen Feierlichkeiten mit viel Folklore, Tänzen, Musik und Feuer beginnen immer am Mittwochmittag vor Fronleichnam und enden in der Nacht des darauffolgenden Sonntags.

Während der 5 Tage trifft man in den geschmückten Straßen des Ortes immer wieder auf kunstvoll gestalteten mythischen Figuren und Symbole. Sie werden von den Mitgliedern eines Vereins, der das Fest organisiert, in aufwändiger Handarbeit hergestellt und sollen an die Anfänge der Veranstaltung erinnern. 

Uralte Tradition

Das Spektakel ist weit über die Grenzen Kataloniens bekannt und zieht jedes Mal tausende Besucher an. In Berga leben sonst kaum mehr als 16.000 Einwohner, doch während der „La Patum“ verdreifacht sich die Zahl der Menschen in der Stadt.


Sehr stolz ist man dort auf sein Volksfest, das bereits auf weit mehr als 600 Jahr Geschichte zurückblicken kann. Damit ist es nicht nur das älteste, sondern wohl auch das bekannteste Volksfest in Katalonien.

Obwohl es zum ersten Mal im Jahre 1525 dokumentiert wurde, soll der Ursprung der „La Patum“ bereits Ende des 14. Jahrhunderts liegen. In jener Zeit war die Feier noch Teil der religiösen Prozessionen und sollte mit theater-ähnlichen Darstellungen an die Moral und den Glauben der Schaulustigen appellieren.

Mit der Zeit wurden diese Darstellungen aufgrund ihres spielerisch-fröhlichen Charakter in der Bevölkerung immer populärer. Nach und nach verloren sie vollkommen ihre religiöse Bedeutung und entwickelten sich zu einem eigenen Festakt. Der Name „La Patum“ entstand allerdings erst viel später, im 18. Jahrhundert und lange Zeit wurde dieses Volksfest sogar auch in anderen Städten gefeiert.

Am Ende war es aber nur der Ort Berga, in dem diese Tradition bis heute erhalten geblieben ist. Nirgendwo sonst sind in einer solch umfangreichen Art historische Tänze und Bräuche zu sehen, „…ein mimisches und rhythmisches, heiliges Drama…“ wurde es einst vom katalanischen Schriftsteller Manuel Riu beschrieben.

Die Feier der „La Patum“

Es wird viel getrommelt und zu folklorischer Musik getanzt. Es gibt Pyrotechnik und Giganten. In Darbietungen mit Zwergen und Riesen, Maultieren, Türken und Pferden und einem riesigen Adler stellt man die Auseinandersetzungen der Christen mit den Muslimen und der Kampf des Erzengels Michael gegen Luzifer und seine Dämonen nach. 

traditionen in katalonien

Der spektakulärste Teil der Feier wiederholt sich zwei Mal an jedem Abend. Hunderte verkleidete Leute erscheinen vor dem Rathaus. In einem wilden Durcheinander wird mit Fackeln in der Hand getanzt, bis der man den Platz vor lauter Qualm nicht mehr sieht.

Ein Einheimischer sagte zu uns, „…einmal im Leben muss man die „La Patum“ selbst gesehen haben…“. Wir haben das Spektakel nicht nur aus der Nähe gesehen, sondern waren mittendrin und können das absolut bestätigen. Eine außergewöhnliche und wirkliche besondere Feier. 

Seit einigen Jahren ist man in Berga auf seine traditionelle Feier übrigens noch stolzer. Im Jahre 2005 wurde „La Patum“ aufgrund ihrer langjährigen Geschichte von der UNESCO hatte zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt.