Notstand bis Anfang Mai

Die aktuellen Zahlen zeigen noch keine konstant positive Tendenz und die täglich veröffentlichten Bilanzen geben immer noch keinen endgültigen Grund zur Hoffnung.
Daher hat der Präsident der spanischen Regierung in seiner samstäglichen Pressekonferenz mitgeteilt, den Kongress aufzufordern, den Notstand um 15 Tage (vom 27. April bis zum 9. Mai) zu verlängern, wenn die laufenden 14 Tage enden.

Sánchez fügte hinzu, dass er ebenfalls empfehlen wird, dass Kinder ab dem 27. April wieder aus dem Haus dürfen. Auch plane man bereits im Hinblick auf den Zeitraum nach der erneuten Verlängerung des Notstands, „…im Mai werde es keinen „Alarmzustand“ geben. Dagegen wolle man mehrere nach Territorium differenzierten Maßnahmen organisieren.

EFE/ Moncloa

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Kinder wieder auf die Strasse

Die Verantwortlichen der katalanischen Regionalregierung hatten bereits vor Tagen einen Plan gefordert, „zumindest Kinder wieder aus dem Haus gehen zu lassen.“ Wie bereits gestern berichtet, versicherte die Gesundheitsministerin der Generalitat, Alba Vergés, dass „man wohl noch bis zu 10 Tage abwarten müsse, doch sollten die täglichen Bilanzen bis dahin deutlich positiver sein, könne man die Einschränkungen für Kinder wohl ein wenig lockern“.

Wenn es die Zahlen nach der erwähnten Zeit erlauben, wird es möglich sein, dass die Kleinsten unter uns, wieder auf die Straße gehen können, zumindest eine Weile und kontrolliert. Nach den Worten von Sanchez soll dies nun tatsächlich auch umgesetzt werden. Der Plan sieht Folgendes vor:

Kinder von 0 bis 16 Jahren müssen von einem Erwachsenen begleitet werden, und Jugendliche von 16 bis 18 Jahren dürfen dies alleine tun, jedoch unter der Verantwortung eines Erwachsenen, eines Elternteils eines Erziehungsberechtigten

Ab Montag gibt es Masken

Die Generalitat hat die erste Lieferung von 1,5 Millionen Masken erhalten, die es ab Montag in den Apotheken der gesamten Region geben. Ausgegeben werden sie an alle Einwohner gegen Vorlage der Krankenkassenkarte TSI.

Bisher wurden die Masken nur an den Teil der Bevölkerung verteilt der seit Dienstag laut der Regierung wieder arbeiten gehen sollen. Nun stehen sie auch alle anderen zur Verfügung. Weitere 3 Millionen sollen am Donnerstag folgen.

Menschen die zu Risikogruppen gehören wird empfohlen, einen Angehörigen mit einer Vollmacht zur Apotheke zu schicken, um diese abholen zu lassen.

Immer mehr „Kurzarbeiter“

Die Zahl der Arbeitnehmer, die durch die Coronavirus-Krise zu Hause bleiben müssen, steigt immer noch.
Nach den heutigen Mitteilungen des Arbeitsministeriums der Generaltitat sind in der nordostspanischen Region bis heute von insgesamt 91.612 Firmen ERTO-Anträge gestellt worden. Allein in den letzten Tagen kamen 767 dazu. Dadurch betroffen sind fast 672.000 Angestellte. 75.051 dieser Firmen (die rund eine halbe Million Menschen beschäftigen), die den Antrag gestellt haben, gehören zum Dienstleistungssektor.

Lediglich 7.434 der Arbeitgeber (mit 127.793 Angestellten) sind aus dem Industriebereich. Ähnlich sind die Zahlen aus dem Bauwesen.

Mehr als zwei Drittel aller Anträge temporäre Suspendierung der Arbeitsverträge wurden von Firmen im Großraum Barcelona gestellt. Hier wurden von insgesamt 66.623 Arbeitsgebern die Möglichkeit des ERTO gewählt, von denen fast 530.000 Arbeiter betroffen sind. 80% davon kommen aus der Dienstleistungsbereich.

Spitze erreicht

Foto: ACN

Ein Sprecher der Generalitat sagte heute auf der täglichen Pressemitteilung, dass „man guter Hoffnung sei, im Hinblick auf neue Erkrankungsfälle und Patienten im kritischen Zustand den Höhepunkt erreicht zu haben.“ Auch wenn sich noch sehr viele Leute mit verdächtigen Symptomen melden, gäbe es täglich merkbar weniger Menschen, die positiv auf COVID19 getestet werden. 

Man ist sich allerdings bewusst, dass die Entwicklung der Zahlen während der nächsten 10-14 Tage genau beobachtet und analysiert werden müssten. Derzeit sind knapp 2000 Betten auf den Intensivstationen in Katalonien verfügbar und die Zahl der Patienten die intensive Behandlung benötigen, sinke zwar bisher noch langsam aber stetig.

GALERIE: BARCELONA MENSCHENLEER

Gerade aus diesem Grund stehe man der Entscheidung der spanischen Regierung kritisch gegenüber, einen Teil der Angestellten wieder an ihre Arbeitsplätze zu schicken. Dies berge ein hohes Risiko in sich. Die Ausgangsbeschränkungen zu früh zu lockern könne im schlimmsten Fall eine zweite Welle neuer Ansteckungen mit dem Coronavirus provozieren.

“Sozialhilfe” ab Mai

Alle Details nicht noch nicht bis ins Letzte geklärt, doch ab Mai soll es für hilfsbedürftige Familien und Einzelpersonen eine Art finanzielle Grundsicherung geben. Darauf haben sich Pedro Sanchez und Pablo Iglesias, die Führer der beiden regierenden Parteien zuvor geeinigt. 

Von einem Regierungssprecher hieß es, dass in dieser Form voraussichtlich bereits schon ab dem nächsten Monat Menschen geholfen werden soll, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Bei der „ingreso minimo vital“ genannten Leistung, handelt es sich um eine Art Sozialhilfe, die aber mit anderen Einkommen der Familie oder Einzelperson kompatibel sein soll. 

Auf diese Weise sollen, vor Allem in der aktuellen Situation, diejenigen unterstützt werden, die durch die Coronavirus-Krise in eine außerordentliche Notsituation geraten sind. Es wird geschätzt, dass rund eine Million Haushalte diese Hilfe erhalten werden.