Mit einer neuen Regelung macht die Stadtverwaltung von Barcelona einen großen Schritt im Kampf gegen die Umweltverschmutzung. Rund 50.000 Fahrzeuge, die bisher ohne die Umwelt-Plakette der DGT unterwegs waren, werden durch die Fahrverbote in Barcelona betroffen sein.


Der Verkehr auf den Straßen der katalanischen Hauptstadt soll damit um bis zu 20% reduziert werden. Das ist das Ziel der Fahrverbote in Barcelona, die durch die Gesundheitskrise erst verzögert im September Kraft treten. Welche Modelle sind betroffen, in welche Bereichen gilt es und wie hoch sind die Straffen bei Nichtbeachtung? Alle Details zu den neuen Regelungen.

Im Folgenden erklären wir, welche Autos ab September nicht mehr in der Innenstadt Barcelonas fahren dürfen. Dann nämlich treten neue Bestimmungen in Kraft, von denen vor Allem Pkw mit hohem Schadstoff-Ausstoß betroffen sind.

Die 95km2 große „Zona de baixa contaminació“ (Gebiet mit geringer Kontamination) – als grobe Grenze kann man sich die Rondes vorstellen – umfasst praktisch das gesamte Stadtgebiet und anliegende Gemeinden wie Sant Adrià de Besòs, l’Hospitalet de Llobregat, Esplugues de Llobregat und Cornellà de Llobregat. Davon ausgenommen sind dabei bis auf Weiteres lediglich die Zona Franca, das Viertel Vallvidrera, el Tibidabo und Les Planes.

Welche Modelle betrifft es genau?

  • Pkw mit Benzin-Motor (zugelassen vor 01/2000)
  • Diesel-Fahrzeuge (mit Zulassung vor 01/2006).
  • Transporter die bereits vor 1994 zugelassen wurden
  • Motorroller älter als 2003 (vormals Euro2) die keine DGT-Plakette besitzen.

Das Fahrverbot für die betroffenen Modelle wird ab dem 15. September innerhalb der ZBE (Gebiet geringer Kontamination) Montags bis Freitags von 7 bis 20 Uhr gelten.

Ein Netzwerk von Kameras, installiert an den Ausfahrten der Rondes, wird mögliche Nichtbeachtung erkennen und ahnden. In den nächsten Wochen werden die letzten Details der Geldstrafen festgelegt, die nach Fahrzeugtyp und Art der Zuwiderhandlung differenziert. So werden Bußgelder zwischen 200 € und 999 € erhoben an Tagen mit geringer Kontamination, während die Strafen in Zeiten von hoher Kontamination zwischen 499 € und 1.803 € liegen können.

Wird es Ausnahmen geben?

Für bestimmte Fahrzeuge werden Ausnahmegenehmigungen vergeben, um trotz hoher Schadstoffwerte in der der Innenstadt von Barcelona fahren zu dürfen. So zum Beispiel Notarztwagen und Autos von Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Ebenfalls wird es möglich sein, von der Stadtverwaltung für bis zu maximal 10 Gelegenheiten eine Autorisierung zu beantragen, um mit einem nicht zugelassenen Fahrzeug in der ZBE zu fahren.

Darüber hinaus wird es eine einjährige Frist für LKWs, Transporter und Reisebusse geben. Das bedeutet, dass diese von den Behörden bis zum Januar 2021 noch nicht bestraft werden. So haben Firmen des Transportwesens und des Güterverkehrs länger Zeit sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Wo erhält man die Plakette

Die Umwelt-Plakette der DGT, um auf den Strassen von Barcelona ohne Probleme fahren zu können, kann man sich in jeder Filiale der Correos aushändigen lassen. Ebenfalls sind sie in allen Autowerkstätten erhältlich, die Mitglied im Gremi de Tallers de Reparació d’Automòbils de Barcelona ist. Vorzulegen ist dabei der Fahrzeugschein des KFZ und die Kosten betragen 5€.

Fahrzeuge aus dem Ausland

Sowohl AUtos als auch Motorräder mit einem ausländischem Kennzeichen müssen sich registrieren, um auf den Strassen der Stadt fahren zu dürfen. Alle Informationen dazu findet man auf der Webseite der Stadt, wo es auch ein Formular zum Registrieren gibt.