Was hinter der Geschichte steckt, für Geschenke auf einen Baumstumpf namens ‚Caga tió‘ zu schlagen und dabei fröhliche Weihnachtslieder zu singen.

In vielen anderen Gegenden der Welt bringt der Weihnachtsmann die Gaben. Doch in Katalonien ist der sogenannte Cagatió dafür verantwortlich. Dieser alte Brauch, der auch heute noch von vielen Familien zelebriert wird, hat seinen Ursprung in den kleineren Ortschaften der Region.

Für Leute die mit damit nicht aufgewachsen sind, erscheint es sicher ein wenig merkwürdig. Ein Cagatió ist zwar in Realität nicht mehr als ein kurzer Baumstumpf, doch er ist bis heute der Hauptdarsteller der heutigen und gleichzeitig ältesten Weihnachtsbräuche.

Doch wie findet der Tió sein neues Zuhause? Dabei gibt es verschiedene Bräuche. Die meiste Illusion bereitet den Kindern wohl, in der Vorweihnachtszeit einen Ausflug in ein nahegelegenes Waldgebiet zu machen. Dort findet man die kleine Figur dann “zufällig” am Wegesrand.

Einmal im neuen Heim, muss er natürlich gut gefüttert werden, damit er am Weihnachtstag auch ordentlich dick und fett ist.Bevor der Tió “sein Geschäft macht”, ist es bei Vielen üblich, gemeinsam ein Weihnachtslied anzustimmen. Je nach Familie und deren Gewohnheiten, findet das am Abend des 24. oder am Weihnachtstag selbst statt.

Dann ist endlich der Moment gekommen, auf den Baumstamm zu klopfen. Auch dabei wird von den Kindern ein Lieg gesungen. Der Text variiert hierbei von Region zu Region.

CATALÀ
Caga tió,
d'avellanes i torró;
tant si cagues com si no
et donaré un cop de bastó.
Caga tió!!!

DEUTSCH
Spuck aus, Onkel,
Haselnüsse und Torró;
ob du Geschenke gibst oder niicht,
du bekommst einen Hieb.
Spuck aus Onkel!

Die Geschenke werden dann nach und nach unter der Decke hervorgeholt, mit der man den Cagatió zugedeckt ist. Traditionell findet das Ganze nach dem Dessert des Weihnachtsessen statt und es gibt Neules, und Torrons und andere Süßigkeiten.

Seitdem die Häuser keine Feuerstellen mehr auf der Erde haben, verschwand auch die Gewohnheit, den „Tió“ nach der Feier zu verbrennen. Mit der Zeit hat sich der kleine „Holzklotz“ immer mehr urbanisiert und humanisiert, und ist zu einem festen Bestandteil des Weihnachtsfestes geworden. Mit einer Barretina und einem, offensichtlichen Lächeln im Gesicht verkündet er in einer Ecke des Hauses, dass Weihnachten gekommen ist.