Die Einreisebestimmungen ändern sich und eine fünftägige Quarantäne wird ab November zur Pflicht. Erst danach wird ein Test auf das Coronavirus möglich sein. Die neuen Regeln zur Einreise nach Deutschland.

Quelle: Reuters


Die generelle Reisewarnung der deutschen Regierung, die auf den Empfehlungen des Robert-Kochs-Instituts basieren, wurden mit Beginn des Monats Oktobers aufgehoben. Der Appell, den Urlaub im Ausland besser zu vermeiden, bleibt jedoch bestehen. Für Reisende bedeutet das nicht das Ende aller Hürden. Ab November ändern sich weitere Dinge bei der Einreise nach Deutschland.

Ganz im Stile des neuen Berliner Flughafens hat der Start ein wenig auf sich warten lassen. Was ursprünglich für Anfang Oktober und dann für den 15. geplant war, kommt nun erst ab 8. November. Die Bundesregierung hat entschieden, dass die neuen Einreisebestimmungen erst gelten sollen, wenn die Herbstferien in ganz Deutschland zu Ende sind.

Hinweise zu den Einreisebestimmungen an allen deutschen Flughäfen (Foto: Markus Benisch)

Das Bundeskabinett hat nun endlich eine Musterquarantäneverordnung verabschiedet. Jedes Bundesland entscheidet aber selbst, in welcher Form diese am Ende umgesetzt wird. Aus diesem Grund muss der Einreisende in jeden Fall die Regelungen des jeweiligen Bundeslandes beachten.

Ganz genau heißt es in der Mitteilung des Auswärtigen Amtes: „Am 14.10.2020 hat das Kabinett eine neue Musterverordnung zur Kenntnis genommen. Auf dieser Grundlage sollen die Länder möglichst zum 08.11.2020 entsprechende eigene Regelungen erlassen.

Quarantäne

Die neue Verordnung besagt, dass die 14-tägige Quarantäne-Pflicht für Einreisende aus Risikogebieten auf zehn Tage reduziert wird. Ebenfalls muss man sich beim zuständigen Gesundheitsamt melden.

Frühestens fünf Tage nach Einreise kann ein PCR-Test gemacht werden. Sollte dieser negativ ausfallen, kann man die Quarantäne verlassen.

Das Ergebnis muss zehn Tage aufbewahrt und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorgelegt werden. Wenn innerhalb von zehn Tagen Covid19-typische Symptome auftreten, muss man sich einem weiteren Test unterziehen.

Das Robert-Koch-Institut aktualisiert regelmäßig die Liste der Risikogebiete.

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Warum fünf Tage bis zum Test?

Eine Covid19 Infektion ist auch am letzten Tag des Aufenthalts in einem Risikogebiet bzw. wenige Tage vor Einreise nach Deutschland möglich.

Ausnahmen

Für die Quarantänepflicht hat laut der Verordnung der Bundesregierung auch verschiedene Ausnahmen. Diese betrifft nicht, wer sich nur 24 Stunden im Risikogebiet aufgehalten hat. Auch sind Personen, die aus Berufs-, Studien- oder Ausbildungsgründen reisen, sind davon ausgenommen. Allerdings nur, wenn sie mindestens einmal pro Woche an ihrem Wohnsitz zurückkehren. Auch im Falle von Durchreisen, Besuchen aus familiären Gründen bei Verwandten ersten Grades ist die Quarantäne nicht vorgeschrieben. 

Diese Ausnahme setzt voraus, dass sich die Personen nicht länger als 72 Stunden im Risikogebiet gewesen sind oder sich nur maximal 72 Stunden in Deutschland aufhalten wollen.

Gleiches gilt für Angestellte, die im Waren- und Gütertransport, Gesundheitswesen oder Personentransport tätig sind. Auch sind hochrangige Diplomaten, sowie Parlaments- und Regierungsvertreter von der Quarantäne befreit.

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Beim Fliegen ist Maske Pflicht, Passagiere beim Bording am Flughafen (Foto: Reuters)

Testkosten

Mit Wirkung des 15. Oktober ist eine neue Testverordnung in Kraft getreten. Diese gilt für Personen, die sich in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Innerhalb von zehn Tagen nach Einreise, egal ob mit dem Auto, dem Schiff oder Flugzeug, haben sie von Anspruch auf einen PCR-Test. 

Kontrolle bei Einreise nach Deutschland

Die sogenannten Aussteigerkarten wurden bis jetzt vom Reiseunternehmen bzw. der Fluglinie kontrolliert und deren Daten weitergegeben. Dies soll mit der Änderung der Quarantänepflicht am 8. November unter die Verantwortung der Bundespolizei fallen. Nach Angaben der Bundesregierung soll bis dahin die digitale Einreiseregistrierung funktionieren, ähnlich dem für die Einreise nach Spanien benötigten QR-Code. 


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Durch einen Abgleich der persönlichen Daten wollen die Behörden die vielfachen Falschangaben wie beispielsweise „Max Musterstadt“ verhindern.

Was gilt bis 8. November?

Nach wie vor gelten alle Teile Spaniens für die deutschen Behörden als Risikogebiet. Bis zum 8. November, wenn die neuen Regelungen in Kraft treten gilt weiterhin die bisherige Verordnung. Nach dieser muss sicher jeder einem PCR-Test unterziehen, der sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat und nach Deutschland einreist. Den Test kann man entweder maximal 48 Stunden vor Reiseantritt oder innerhalb von drei Tagen nach der Ankunft in Deutschland durchführen. Bis zum Vorliegen des Ergebnisses ist eine Quarantäne einzuhalten. Diese schreibt einen direkten Weg nach Hause vor, welches man nicht verlassen darf.

Wer nachweislich gegen die Regeln verstößt, riskiert eine Geldstrafe. Jedoch berichteten mehrere Leser unserem Magazin gegenüber, dass sie den Eindruck hatten, die Testpflicht werde kaum kontrolliert. Selbst die sogenannte Aussteigerkarte, mit der man Angaben zu möglichen Symptomen, PCR-Tests und Aufenthaltsort machen soll, wurde selten verlangt.