Ab dem 23. November werden die aktuellen Maßnahmen Schritt für Schritt reduziert. Welche Details und welche Daten die zweite Deeskalation vorsieht, in unserem Überblick.


Aktualisiert: 22.11.2020 22:23 Uhr

KATALONIEN / EUROPA PRESS: Was wird ab wann in Katalonien wieder erlaubt sein und welche Phasen bringt die zweite Deeskalation mit sich. Am Dienstag hatte die Generalitat die schrittweise Reduzierung der Anti-Covid19-Massnahmen in einem ersten Entwurf vorgestellt. Dieser wurde jedoch nach massiven Protesten, vor allem Seitens der Gastronomie, in einigen Punkten korrigiert.



Am heutigen Donnerstag wurde es vom Krisenstab der regionalen Zivilschutzorganisation ProciCat genehmigt. Aufgeteilt ist die schrittweise Reduzierung der Maßnahmen in vier Abschnitte, die voraussichtlich jeweils 15 Tage dauern sollen. Die nächtliche Ausgangssperre bleibt jedoch bis Mitte Januar bestehen.

Der wohl wichtigste Punkt, den die katalanische Regierung für die zweite Deeskalation in diesem Jahr angeordnet hat, ist die nächtliche Ausgangssperre. Diese wird bis Anfang nächsten Jahres und im Prinzip nach wie vor von 22-6 Uhr weiter gelten (voraussichtlich bis 19. Januar). 

Ungewöhnliche Feiertage

Durch die phasenweise Rücknahme der Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie wird man 2020 keine normale (Vor-)weihnachtszeit erleben. 

Auf grosse Feiern mit der Firma wird man verzichten müssen. Auch der gewohnte Geschenke-Marathon wird nicht wie üblich stattfinden können. Immerhin wird man zu Weihnachten Katalonien verlassen und zum Festessen mehr als 6 Personen kommen dürfen. 

Theater und Kinos können wieder besucht werden (Foto: ACN)

Meritxell Budó, Sprecherin der Generalitat, wies auf der Pressekonferenz aber darauf hin, dass der Fortschritt der vier Phasen zu jeder Zeit von der Entwicklung der Pandemie-Zahlen abhängt. Zweiwöchentlich wird die aktuelle Lage bewertet und entschieden, ob mit der nächsten Phase begonnen werden kann.

Zugrunde gelegt wird dabei immer die Höhe des RT-Wertes (gibt an, wie viele Menschen eine Covid19-positive Person innerhalb einer Woche durchschnittlich ansteckt). Dieser muss unter 0,9 liegen, damit der nächste Schritt der Reduzierung der Maßnahmen beginnen kann. Auch die Anzahl neuer Patienten, die aufgrund einer Covid19-Infektion stationär behandelt werden müssen, wird in die Entscheidung mit einbezogen. 


Aktuelles und das
wichtigste des tages


Im Idealfall soll die gesamte autonome Region gleichzeitig die Phasen der Deeskalation durchlaufen. Sollten sich die Bilanzen der Pandemie aber nur in einem bestimmten Gebiet verschlechtern, so kann die Deeskalation auch territorial unterschiedlich fortschreiten. Darüber hinaus, wenn es die Entwicklung der Pandemie erfordert, die Maßnahmen auch wieder verschärft werden.

Die zweite Deeskalation im Überblick

Erste Phase: Montag, 23. November

Gastronomie: Bars und Restaurants können wieder öffnen. Erlaubt ist in Innenbereichen der Zutritt für 30% der normalerweise erlaubten Anzahl von Gästen zwischen 6 Uhr morgens und 21.30 Uhr abends.

Essen und Getränke können durchgehend ohne Einschränkung serviert werden. An den Tischen sind maximal 4 Gäste gestattet und ein Meter Abstand zwischen ihnen muss gewährleistet sein. Ausnahme: wenn es sich um Personen handelt, die im gleichen Haushalt leben. Die Tische sollten zwei Meter voneinander entfernt sein.
(Aktualisiert)

Solange die Regeln eingehalten werden, können Terrassenbereiche ohne Einschränkung der Kapazität genutzt werden. 

Essen darf bis 23 Uhr nach Hause geliefert und bis 22 Uhr abgeholt werden.

Kultur: Kinos, Theater, Konzertsäle, Museen und Ausstellungen können wieder ihren Betrieb aufnehmen. Das Limit der üblichen Kapazität liegt hier bei 50%. Insgesamt darf die Teilnehmerzahl aber 500 Personen nicht übersteigen.
(Aktualisiert)

Sport: Wiedereröffnung von Sportanlagen und Fitness-Centern. Erlaubt sind in Außenbereichen (mit Zugangskontrolle) bis zu 50% der Kapazität. Einrichtungen mit geschlossenen Räumen dürfen mit Terminvergabe maximal 30% der üblichen Besucher hineinlassen. Die Nutzung der Umkleidebereiche ist allerdings nur in Schwimmbädern erlaubt. In nicht-professionellen Vereine dürfen im Freien bis 6 Personen gemeinsam trainieren, Wettbewerbe sind aber nach wie vor untersagt.

Geschäfte: Die maximale Kapazität von 30% und das Limit von 800 qm bleibt bestehen. Größere kommerzielle Einrichtungen müssen ihre Verkaufsfläche weiterhin auf 100qm reduziert halten. Einkaufzentren bleiben geschlossen, ausgenommen Supermärkte, der Verkauf von lebensnotwendigen Produkten und Läden, die direkten Zugang von der Straße haben. Einrichtungen die einen physischen Kontakt nicht vermeiden können, wie beispielsweise Friseure, dürfen mit Terminvergabe öffnen.

Zeremonien: Religiöse Veranstaltungen und Hochzeiten mit 30% der normalen Kapazität und maximal 100 Personen gestattet.

Mobilität: Die Beschränkung der Bewegung innerhalb Kataloniens bleibt bestehen. Ebenso die Beschränkung auf den eigenen Wohnort an den Wochenenden. Treffen in privatem bzw. familiärem Kreis sind weiterhin auf 6 Personen limitiert.

Business: Kongresse, Messen und Ähnliches sind nach wie vor untersagt, die Empfehlung zum Arbeiten von zu Hause besteht weiterhin.

Öffentliche Parks/ Spielplätze: Nahegelegene Parks nutzen. Auf unnötigen Kontakt mit Personen verzichten, die nicht im gleichen Haushalt leben. Empfohlen ist nur eine Begleitperson der Kinder. Wenn möglich auf Essen und Getränke verzichten. Wichtig sind ebenfalls das Tragen der Maske und die Verwendung von Desinfektionsgel.

Zweite Phase: Montag, 7. Dezember

Sportliche Aktivitäten werden wieder möglich sein (Foto: ACN)

Gastronomie: Einrichtungen wie Restaurants und Bars können nun im Innenbereich auch bis 50% der üblichen Kapazität nutzen.

Kultur: Kinos und Konzertsäle können die Kapazität auf 70% erweitern (maximal 500 Personen). Die restlichen kulturellen Einrichtungen, wie beispielsweise Museen und Ausstellungen bleiben auf 50% limitiert.

Sport: Sportliche Einrichtungen ist nun sowohl in Innen- als auch in Außenbereichen gestattet, bis zu 50% der normalen Kapazität zu nutzen. Geschlossen bleiben müssen aber weiterhin die Umkleidebereiche.

Geschäfte: Läden dürfen die Kapazität auf 50% erweitern. Größere Einrichtungen müssen ihre Verkaufsfläche auf 800qm reduzieren. Bedingung dabei: 50% der üblichen Kapazität der Kunden. Einkaufszentren dürfen mit einer Limitierung der Kapazität auf 30% öffnen, ausgenommen sind davon Gemeinschaftsbereiche.

Zeremonien: Das Limit von 30% der Kapazität bei religiösen Veranstaltungen und Hochzeiten bleibt bestehen.

Mobilität: Die Beschränkung der Bewegung an den Wochenenden wird auf den eigenen Landkreis (Comarca) erweitert. Die Beschränkung der Bewegung innerhalb Kataloniens bleibt bestehen.

Business: Kongresse, Messen und Ähnliches sind nach wie vor untersagt, die Empfehlung zum Arbeiten von zu Hause besteht weiterhin.

Dritte Phase: Montag, 21. Dezember

Gastronomie: Die Regelung für Bars und Restaurants der zweiten Phase bleibt bestehen. Innenbereich 50%, Terrasse 100%, mit Mindestabstand. Speisen und Getränke können nun durchgehend von 6 Uhr morgens bis 21.30 Uhr abends serviert werden.

Kultur: Die Nutzung von Museen, Bibliotheken und Ausstellungen wird auf bis zu 70% der üblichen Besucherzahl erweitert. Dies gilt ebenfalls für Theater und Konzertsäle. Dabei sind allerdings 700 Personen die Höchstgrenze.

Sport: In Einrichtungen wie Fitness-Centern sind nun bis 70% in Außen- und 50% in Innenbereichen erlaubt. Davon ausgeschlossen ist weiterhin die Nutzung von Umkleidebereichen.

Geschäfte: Größere Läden dürfen, bei 30% der Kapazität, wieder die gesamte Verkaufsfläche nutzen.

Zeremonien: Religiöse Veranstaltungen, Hochzeiten und Ähnliches werden auf ein Limit von 50% der normalen Kapazität erweitert.
 
Mobilität: Die Beschränkung der Bewegung innerhalb Katalonien und an den Wochenenden wird mit Beginn der dritten Phase aufgehoben. Treffen in Familie oder mit Freunden ist wieder mit bis zu 10 Personen möglich.

Business: Kongresse, Messen und Ähnliches sind nach wie vor untersagt, die Empfehlung zum Arbeiten von zu Hause besteht weiterhin.

Vierte Phase: Montag: 4. Januar

Ausstellungen erwarten wieder Besucher (Foto: Archiv)

Gastronomie: Die Beschränkungen der dritten Phase bleiben bestehen. 

Kultur: Die Kapazität von maximal 70% ist weiterhin gültig. Die Teilnehmerzahl in Kinos, Theatern, Konzertsälen darf nun maximal 1000 Personen betragen.

Sport: Nicht-professionelle Wettbewerbe sind wieder gestattet.

Geschäfte: Sowohl Einkaufszentren, als auch größere und kleinere Geschäfte dürfen die Kapazität auf maximal 50% erweitern.

Zeremonien: Die Beschränkungen für Religiöse Veranstaltungen, Hochzeiten und Ähnliches bleiben bei 50%.

Mobilität: Keine territoriale Einschränkung der Bewegung mehr. Bestehen bleibt allerdings die nächtliche Ausgangssperre.

Business: Die Empfehlung zum Arbeiten von zu Hause besteht weiterhin.