Mit Beginn der Phase 3 der Deeskalation in allen Teilen Kataloniens bekam die Regionalregierung auch ihre Kompetenzen zurúck. Ihre erste Entscheidung war, umgehend mit der Postkrisenzeit, der sogenannten „neuen Normalität“ zu beginnen. 


Nur einen Tag dauerte die Phase 3 in der nordostspanischen autonomen Provinz. Damit verbunden war die Rückgabe der Entscheidungsgewalt an die Generalitat. Die erste Amtshandlung der Nachkrisenzeit war, ein Dekret für den Übergang in die „neue Normalität“ zu verabschieden.
Die Regelungen, (hier die gesamte Fassung) die man bereits zuvor gemeinsam mit dem Zivilschutz ausgearbeitet hatte, sind heute um 0 Uhr in Kraft getreten. Der von der spanischen Regierung ausgerufenen Alarmzustand ist damit in Katalonien aufgehoben.

Die Pressesprecherin der katalanischen Regierung Meritxell Budó sagte: „Es ist wichtig, die Regelungen für die Bürger zu vereinfachen, damit sie jeder versteht. Wir werden festlegen, welche die notwendigen Sicherheitsabstände sind und in welchen Bereichen sie Anwendung finden.”

“Das Tragen von Masken, für alle Personen ab 6 Jahren und das Achten auf Hygiene sind der Schlüssel um uns selbst und andere zu schützen“, fügte Präsident Quim Torra auf der gemeinsamen Pressekonferenz hinzu.

Die wichtigsten Punkte der neuen Normalität in Katalonien

– Mobilität

Neben Anderen, ist die freie Bewegung im gesamten Territorium Kataloniens sicherlich die Neuerung, über die sich die meisten Menschen freuen. So kann man wieder ohne Einschränkungen von Girona bis Tarragona und von Barcelona bis nach Lleida oder in die Pyrenäen fahren.

– Auslastung

Einkaufen in der neuen Normalität (Foto: ACN).

Um Verwirrung zu vermeiden, wird es eine Anpassungsphase bis zum 25. Juni geben. Während dieser wird die bisherige Regelung gelten, in Innenbereichen 50% drinnen und draußen bis zu 75% der Kapazität.

Danach wird es keine prozentualen Vorschriften mehr geben. Davon hänge die Kapazität der jeweiligen Räumlichkeiten ab. Sowohl in geschlossenen als auch in Außenräumen müssen nur 2,5 Quadratmeter pro Person garantiert werden, was einem physischen Sicherheitsabstand von ca. 1,5 Meter entspricht.

– Masken

Das Tragen von Masken ist auch weiterhin in allen öffentlichen Transportmitteln im für Personen ab 6 Jahren obligatorisch. Dies gilt ebenfalls überall dort wo der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zwischen Personen, die keine enge Beziehung und keinen Kontakt pflegen, nicht eingehalten werden kann. 

Zur Anwendung kommt diese Vorschrift sowohl im Freien, als auch in geschlossenen Räumen, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Viele Bars und Restaurants haben die Vergrösserung ihrer Terrassen beantragt (Foto: Archiv BarcelonAlemany)

– Familien- und gesellschaftliche Treffen

Familientreffen und soziale Aktivitäten können stattfinden, einschließlich nicht professionelle Sportübungen. Auch dabei muss darauf geachtet werden, dass keine Menschenmassen entstehen bzw. die festgelegten Kapazitätsbeschränkungen nicht überschritten werden.

Als zu große Ansammlungen von Personen wird es angesehen, wenn die zwischenmenschliche Sicherheitsdistanz nicht eingehalten werden kann.

– Spielplätze

Die Bürgermeisterin hatte es bereits für Barcelona angekündigt. Durch die neue Regelung wird es für ganz Katalonien gelten: Öffentliche Spielplätze stehen ab dem heutigen Freitag wieder dem Publikum zur Verfügung.

Die Behörden appellieren dabei aber, die Empfehlungen für Masken und die Einhaltung der Sicherheitsabstände nicht zu vergessen.


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– Kongresse und Messen

Kommerzielle, geschäftliche oder wissenschaftliche Zusammenkünfte wie Messen oder Kongresse dürfen ebenfalls wieder organisiert werden, solange die allgemeine Regel von 2,5 Quadratmetern pro Person eingehalten wird.

Die Entfernung könnte verringert werden, wenn die Verwendung der Maske vorgeschrieben ist.Die Organisatoren muss außerdem Teilnehmerlisten führen und sich an strikte Hygieneprotokolle befolgen.

Pressekonferenz der Generalitat (Foto: Departament de premsa de la Generalitat)

Ebenfalls wurde erklärt, dass es Maßnahmen für Arbeitsplätz geben werde. Man bewerte die Heimarbeit sehr positiv, weil sie ihm ermöglicht, zu arbeiten und trotzdem vereint zu sein. Es kann, gut geplant, eine Möglichkeit sein unsere Gesellschaft zu verbessern. Daher ist es uns sehr wichtig, gute Regelungen zu erstellen, um die Rechte der Arbeitnehmer zu gewährleisten“.

Die Leiterin des katalanischen Gesundheitsamts rief am Ende der Presseerklärung zur “gemeinsamen Verantwortung der Bürger“ auf. Solange es noch kein Impfstoff oder wirksame Behandlung gibt, müssen wir uns alle gegenseitig und vor allem die am gefährdetsten Menschen schützen.