Der Bekanntheitsgrad wurde immer grösser und das alte Stadion langsam zu klein. So sah sich die damalige Vereinsführung des FC Barcelona Anfang der 50er Jahre gezwungen, mit dem Camp Nou eine neue Heimstätte zu bauen.

In seiner langen Geschichte hatte der FC Barcelona bis dahin schon in fünf verschiedenen Stadien seine Heimat und mit den Jahren wurde man immer erfolgreicher. 1948 und 1949 konnten man gleich zweimal hintereinander die spanische Liga gewinnen und dazu den ungarischen Star László Kubala verpflichten.

Mit den Erfolgen kamen auch immer mehr Fans und die 60.000 Plätze des Stadions „Les Corts“, wo man bis zu jener Zeit spielte, reichten nicht mehr aus. So gab der damalige Präsident Francesc Miró-Sans das heutige Camp Nou in Auftrag.

Bau und Eröffnung

Fertiggestellt wurde der Tempel der ‚blaugranes“ (die blau-roten) nach einer nur dreijährigen Bauzeit und hatte damals bereits Platz für insgesamt 93.053 Zuschauer.

Während der Einweihungsfeier am 24. September 1957 gab es neben der offiziellen Zeremonie auch eine Messe, bei der das Stadion im Namen der Heiligen Maria von Montserrat gesegnet wurde. Bis heute findet man in den Räumen vieler Fanclubs des FC Barcelona an der Wand ein Bild der „schwarzen Madonna“. Ein bisschen Aberglaube gehört eben zum Fußball dazu.

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Planung des Camp Nou (Foto: Archiv des FC Barcelona)

Die Kosten für den Bau schossen während der Arbeiten dermaßen in die Höhe, dass am Ende die Fanclubs einen nicht unerheblichen finanziellen Beitrag leisten mussten.

Zur Eröffnung lud man die Auswahl des Legia Warschau zu einem Freundschaftsspiel ein, welches die Hausherren mit 4-2 gewannen. 

Der Name

Ursprünglich wollte man das Stadion „Joan Gamper nennen, zu Ehren des Vereinsgründers des FC Barcelona. Allerdings war der gebürtige Schweizer überzeugter Katalane und so wurde der Name von der Franco-Diktatur verboten. Dies war auch der Grund, warum der Verein das Stadion unter der spanischen Bezeichnung „Estadio del Club de Fútbol Barcelona“ eröffnen musste. Erst im Jahre 1973 wurde ihm der katalanische Name „Estadi del Futbol Club Barcelona“ gegeben. Doch insgeheim war es schon seit seiner Einweihung als Camp Nou bekannt, wie es auch der offizielle Name seit 2001 ist.

Die Geschichte des FC Barcelona

Viele wichtige Ereignisse

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Konzert von U2 im Camp Nou (Foto: Archiv BarcelonAlemany.com)

Für die Fussball-Weltmeisterschaft, die 1982 in Spanien stattfand, wurde sogar das Fassungsvermögen des Camp Nou erweitert. Bis zu 119.000 Zuschauer passten hinein, als sowohl das Eröffnungsspiel als auch das Halbfinale hier ausgetragen wurde. Als die UEFA Stehplätze in Fußballstadien verbot, kehrte das Camp Nou zu seiner ursprünglichen Kapazität zurück.

Champions League spielt der FC Barcelona selbst zwar regelmäßig, schaffte es jedoch in keines der Finaledie es im Camp Nou gab. Diese wurden dagegen 1989 (noch als Europapokal der Landesmeister) zwischen AC Mailand und Steaua Buckarest sowie 1999 zwischen Manchester United und Bayern München ausgetragen.

Bei den olympischen Spielen 1992 gewann Spanien im Camp Nou seine bisher einzige Goldmedaille in der Disziplin Fußball. 

Sogar Rugby wurde im Tempel des FC Barcelona schon gespielt. Und es war nicht nur irgendein Spiel, dass 2016 in einem ausverkauften Camp Nou ausgetragen wurde. Das Finale der französischen Meisterschaftfand vor 99.124 Zuschauern statt.

Anfang der 80er Jahre kamen insgesamt 120.000 Gläubige ins Stadion. Der Grund: Papst Johannes Pau II. besuchte das Camp Nou und hielt dort am 17. November 1982 eine Messe.

Bruce Springsteen stand insgesamt viermal auf der Bühne im Camp Nou. Auch viele andere Größen der Musikszene wie U2 (2005 und 2009) spielten hier Konzerte und sogar Michael Jackson gab sich 1988 sich die Ehre. Zum hundertjährigen Vereinsjubiläum trat der Startenor Josep Carreras auf.

Besonderheiten

Noch heute ist direkt neben dem Stadion die so genannte La Masia zu sehen. Das unscheinbare alte Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert beherbergte zwischen 1979 und 2011 die Jugendakademie des FC Barcelona.

Das vereinseigene Museum befindet ebenfalls im Stadion selbst. Bei einem Rundgang kann man nicht nur die Ruhmeshallen voller Pokale besichtigen, sondern auch eine kleine Kapelle, die sich auf dem Weg von den Spielerkabinen zum Spielfeld befindet. 

Innerhalb der spanischen Liga war das Camp Nou das erste Stadion, das im Zuge des Nichtraucherschutzes das Rauchen verbot.

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Camp Nou 2020 (Foto: Archiv BarcelonAlemany.com)

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Highlights

In seiner Geschichte sah das Camp Nou so manch „magische Fussballnacht“, nicht zuletzt das 5:0 gegen den Erzrivalen Real Madrid oder das unerwartete 6:1 gegen Paris Saint German. 

Das Camp Nou ist nicht nur das größte reine Fußballstadion der Welt sowie das insgesamt größte Fussballstadion Europas. Sogar die Spielfläche ist mit beachtlichen 105×68 Metern im Vergleich zu anderen Stadien sehr groß und so an das Spielsystem von Barça angepasst.

Umbau und Renovierung

Bereits im September 2007 hatte der FC Barcelona beschlossen, dass das Camp Nou umgebaut werden soll. Ausgewählt wurden dafür unter vielen Entwürfen die Pläne des britischen Architekten Norman Foster.

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Studie des Camp Nou nach dem Umbau (Foto: FC Barcelona)

Diese sehen eine Überdachung aller Plätze und eine Erhöhung der Kapazität von 99.000 auf 105.000 Zuschauer vor. Allerdings steht das Datum des Beginns der Bauarbeiten noch nicht fest.